Muttertagskonzert 2002

Den Zuhörern in der Iffezheimer Festhalle „ging der Hut hoch“ und „blieb die Luft weg“ beim Jubiläumskonzert zum 145-Jährigen des Männergesangvereins Iffezheim am 11. Mai. Denn: der MGV „machte Musik!“ Mit von der Partie war der Chor der Grundschule Iffezheim.

Die „60 tollen Männer“, so Conferencieuse Irene Harprecht, eröffneten den Abend mit drei À Capella Stücken. Vom Begründer des Männerchorgesangs, Friedrich Silcher, wurde das Stück „Süß' Liebe liebt den Mai“ aufgeführt, in welchem die zur wonnigen Blütezeit lachende Liebe besungen wird. Das Baritonsolo in Reinartz „Frühlingsboten“ übernahmen Otmar Huber und Herbert Zoller, die sich freuten, daß der Frühling nun da sei. Ein Jauchzen ging durch's Land als Naglers „König Lenz“ einzog. 

Zur Einstimmung auf seine nachfolgende Klavierbegleitung trug Klaus Martin Kühl aus Ötigheim den „Bryttupsdag pa Troldhaugen“ von Edvard Grieg vor. Während dieses „Hochzeitstages“ wechselten sich Rythmen norwegischer Bauerntänze mit romantischen, von Schuhmann beeinflußten, Melodien ab. Die Zuhörer sahen auch hier: in Iffezheim bewegt sich was, und wenn es auch nur der knarzende Klavierstuhl ist.
Von Kühl begleitet intonierte der MGV bis zur Pause Evergreens aus den Fünfzigern und UFA-Filmen. In Waldecks „Schön war die Zeit“ blickten die Sänger wehmütig vom „brennend heißen Wüstensand“ auf ihr blumenübersätes Heimattal zurück. Bei Capri ging die rote Sonne im Meer unter. „Irgendwo, irgendwie, irgendwann“ werden die Iffezheimer wie Willi Frietsch und Lilian Harvay ihr kleines Stück vom Glück „Irgendwo auf der Welt“ finden. Sichtlich ins Schwitzen kam Dirigent Herbert Szymanski in der verhexten Welt, in welcher der (Iffezheimer) Spargel wächst, denn „Veronika der Lenz ist da!“. „Zu schön um war zu sein“ wurde es als „Der Kongress tanzte“ und alle dachten: „Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder“. Und allen, die es bis dahin noch nicht bemerkt hatten, gaben die Sänger mit in die Pause: „Wir machen Musik“, ein Stück von O. Groll.

Nach der Pause bevölkerten die Lauser des Grundschulchores die Bühne. Unter Leitung von Hubert Müller sangen sie das Musical vom Dauerlutscher aus Weißblech schlotzenden „Ritter Rost“. Da er sich feige unter der Bettdecke verkroch, fing Burgfräulein Bö den Waldbrand entfachenden Drachen Koks ein und  verdonnerte diesen zur lästigen Liste der täglichen Pflichten. Den Part der Erzählerin übernahm Rektorin Marlis Camboni. 

Während des donnernden Applauses für die Schüler kamen die MGV - Sänger wieder auf die Bühne und gemeinsam besangen Klein und Groß „Unsere kleine Welt“, in der jeder lebt wie es ihm gefällt. Zum großen Finale gab's ein Potpourri aus der Operette „Im weißen Rössl“. „Es muß 'was wunderbares sein“, denn „Schön ist die Welt“ tönte es aus 60 Kehlen. „Was kann der Siegesmund dafür, daß er so schön ist?“ fragten die Sänger das Publikum, das frenetisch applaudierte. In der Zugabe machten die Sänger vom MGV nochmals deutlich: „Wir machen Musik“ und das Publikum klatschte begeistert mit.