Ein Abschied

Ein Hauch von Wehmut wehte bei der Verabschiedung von Mercedes GuerreroArciniegas, der langjährigen musikalischen Leiterin der Männergesangvereins, in und um
die Freilufthalle. Es gab dabei Momente, in denen auch gestandenen Sängern das Wasser in die Augen stieg. Es waren zehn gute Jahre des Zusammenwirkens, in denen jedoch vor
allem im letzten Drittel der Zusammenarbeit leider längst nicht alles so glatt lief, wie man sich das gewünscht hätte. Es war eine Zeit, in der die Gesundheit von Mercedes am Ende
eine geregelte Probenarbeit kaum mehr zuließ. Und die Zeit der unseligen CoronaPandemie tat letztlich das Ihre dazu.

Mercedes startete einst mit frischem Wind und versuchte mit neuen Melodien und Rhythmen dem Männergesang ein jüngeres, moderneres Outfit zu geben. Mit den beiden „hautnah-Konzerten“ in der Infothek bzw. in der Maria-Gress-Schule bewegte sich unser Chor damit auf neuen Wegen. Dabei standen sich Chor und Publikum nicht einfach frontal gegenüber, sondern die Sänger agierten mitten unter den Zuhörern, wirklich hautnah. Und dem Publikum gefiel’s. Das Jubiläumskonzert zum 160. Geburtstag des Männergesangvereins in der Festhalle war ebenfalls ein großer Erfolg. Auch hier brachten die Sänger verschiedene Elemente zusammen, die am Ende eine großartige Mischung der Darbietung zeigten: einen Erzähler, der über allem stand und der den roten und alle andere Fäden der Geschichte in der Hand hielt, eine Tanzgruppe, die über die Bühne wirbelte und einige Instrumentalisten, die ihrerseits Akzente setzte. Das Motto des Abends: „Mit 160 ist noch lange nicht Schluss!“ – und von einem Ende ist wahrhaftig nichts zu sehen.

Vorstand Kilian Leuchtner betonte in seiner Laudatio, wie harmonisch und respektvoll Chor und Dirigentin stets zusammengearbeitet hätten. Der Abschied, der jetzt vollzogen werde, könne nur akzeptiert werden, weil die Gesundheit an allererster Stelle stehen müsse. Auch der eingeladene Bürgermeister Christian Schmid sowie Altbürgermeister Peter Werler lobten die positive Wirkung von Mercedes und ihren Sängern in und außerhalb unserer Gemeinde.

Mercedes selbst fiel der Abschied sichtlich schwer und auch sie betonte, wie gerne sie mit „ihren Männern“ gearbeitet habe. Am Ende stand das beiderseitige Versprechen, sich nicht aus den Augen verlieren zu wollen. Mercedes hatte 10 Lieder ausgewählt, die sie von unserem Chor noch einmal hören wollte. Manche dieser Lieder kamen trotz jahrelangem Proben nie zur Aufführung, weil während der Corona-Zeit keine Auftrittsmöglichkeiten bestanden. Diese Feier bot dann die treffliche Gelegenheit, sich mit diesen ungeschliffenen Diamanten der Chormusik voneinander zu verabschieden. Je länger der Abend andauerte, umso fröhlicher wurde er dann – trotz des wehmütigen Anlasses. Und das war gut so.

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