Ein reges Leben

Der Verein entfaltete nach seiner Wiedergründung eine sehr rege Tätigkeit. Bereits am 12. November 1876, am Kirchweihsonntag, fand im Gasthaus  "Zur Sonne" ein Konzert, verbunden mit einem Tanzkränzchen statt.

Ein Bild der damaligen Zeit vermittelt die stichwortartige Aufzählung der Veranstaltungen des Jahres 1877 und die teilweise wörtliche Wiedergabe der Eintragungen im "Journal" (Protokollbuch):

12. Januar

Bankett im Gasthaus "Zum Schiff" zur Erinnerung an die dreitägige Schlacht bei Belfort im Jahre 1871

19. März
(Vorabend des Joseftages)

Namenstag-Ständchen für den früheren Dirigenten Josef Speigler, der sich mit 100 Liter Bier und 500 Havanna-Zigarren revanchierte, in der Brauerei Zeltz vertilgt (ehemals Gasthaus "Grüner Hof")

22. März

Bankett zum Geburtstag Seiner Majestät des Deutschen Kaisers

29. April

Fest zum 25jährigen Regierungsjubiläum Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden, beginnend mit dem Böllerschießen morgens, bis zu einem Fackelzug des Veteranenvereins um 8 1/2 Uhr abends

17. Juni

Fest in der Sommerwirthschaft Zeltz

1. Juli

Teilnahme an der Fahnenweihe des Gesangvereins Kuppenheim

8. Juli

Bier-Bankett mit Bockbier, gestiftet von Brauereibesitzer Zeltz 

15. Juli

Ständchen für den neuen Pfarrherrn Herrn Pfarrer Brauner

22. Juli 

60 Liter Freibier des Herrn Pfarrer Brauner in der Sommerwirthschaft mit Gesangsvorträgen verschönt

9. September

Abendunterhaltung im Gasthaus "Zur Sonne" anlässlich des Geburtstagstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden

12. Oktober

Einjähriges Stiftungsfest mit Abendunterhaltung im Gasthaus "Zum Schiff"

22. November

Cäzilienkränzchen in Brauerei Zeltz

In ähnlicher Weise verliefen auch die folgenden Jahre. Vaterländische und kirchliche Feiern, Gesangsabende, Tanzkränzchen, Besuche bei Gesangvereinen der näheren Umgebung, Ausflüge, Weihnachtsfeiern und Fastnachtsveranstaltungen bestimmten im Wesentlichen das Vereinsleben.

Singstunden fanden im Sommer einmal, im Winter zweimal wöchentlich im unteren Schulsaal des "Neuen Schulhauses" statt (heutiger Standort der VR-Bank). Wer unentschuldigt fehlte, musste 20 Pfennig, wer mehr als 10 Minuten zu spät kam, 5 Pfennig in die Strafkasse zahlen. Aus den Aufzeichnungen dieser Jahre ist auch zu ersehen, dass besonders zu dem Bruderverein Hügelsheim sehr gute Beziehungen bestanden.