Die ersten Auftritte, die Auflösung 1869

In der Folgezeit bestanden mit den Gesangvereinen aus der Umgebung wie Baden-Baden, Rastatt, Gernsbach, Muggensturm und Schwarzach freundschaftliche Beziehungen. Der junge Verein beteiligte sich rege am gesellschaftlichen Leben.

Vom 27. bis 29. Mai 1860 beteiligte sich der Verein mit 11 Sängern am "5. Badischen Männergesang-Fest".

Als Erinnerung erhielt er eine Bildtafel, auf dem die teilnehmenden Vereine aufgeführt sind, darunter auch der "Gesangverein 1857 Iffezheim". Dieses historisch äußerst wertvolle Bild befindet sich noch heute in Vereinsbesitz.

Am Donnerstag, 29. Mai 1862 fand in der Geggenau ein Maifest statt. Außer dem "Gesangverein Iffezheim" beteiligten sich die Vereine aus Baden-Baden, Bühl, Ettlingen, Gernsbach, Haueneberstein, Lichtenau, Rastatt und Schwarzach. Ferner wirkte bei diesem Fest die Regimentskapelle des Großherzoglich Badischen Infanterie-Regiments Rastatt mit.

Im Rahmen dieses Maifests wurden folgende Lieder als Gesamtchöre vorgetragen:

  • Das Deutsche Lied
  • Mailied
  • Der frohe Wandersmann
  • Hymne an Odin
  • Abschied vom Walde
  • Des Deutschen Vaterland

Auch zu dieser Zeit wurden schon anspruchsvolle Chöre gesungen. Der Gesangverein Iffezheim trat in diesen Jahren mit einem gemischten Chor auf. 1863 nahm der Verein an zwei Wohltätigkeitskonzerten in Baden-Baden und Rastatt teil.

Eine Großveranstaltung war der Mittelrheinische Sängertag zu Rastatt am 21. August 1864, an dem 37 Vereine teilnahmen. Das Singen wurde im Großen Saal der Fruchthalle durchgeführt. Als Erinnerung an diesen Tag besitzt der Verein noch einen "Rastatter Schoppen", ein sehr seltenes und besonders wertvoll geschliffenes Glas. Eingraviert sind alte Maße der Stadt Rastatt und das Rastatter Schloss.

Ein nach heutigen Begriffen als Europafest zu bezeichnende Veranstaltung wurde am 23. August 1868 durchgeführt, bei dem der Gesangverein sich mit einem Männer- und gemischten Chor beteiligte. An diesem Tag fand die Einweihung der von der Gemeinde errichteten fliegenden Brücke über den Rhein am ehemaligen Fahreck statt.

Die Bevölkerung links und rechts des Rheins sowie Vertreter der badischen und französischen Regierung feierten dieses, wie es Walter Ziegler bezeichnete, "Völker verbindende Ereignis" mit Jubel, Gesang und Musik.

Der mit viel Idealismus so hoffnungsvoll begonnene Verein löste sich 1869 wegen Überalterung auf. Bereits zu dieser Zeit bestand das in der jüngeren Geschichte so sorgenvoll drückende Nachwuchsproblem.