25 Jahre Herbert Szymanski 2005

Länger als manche Ehe hält arbeiten der Männergesangverein Liederkranz Iffezheim (MGV) und sein Dirigent Herbert Szymanski bereits zusammen. Die Früchte dieser 25 jährigen Zusammenarbeit begeisterten am Samstagabend die Zuhörer in der von zahlreichen helfenden Händen zur Konzertmuschel umgestalteten BBAG-Auktionshalle, die mit ihren enthusiastischen Pfiffen und Bravo-Rufen für eine Stimmung wie auf einem Popkonzert sorgten.

Seine hervorragende musikalische und pädagogische Ausbildung gepaart mit seiner erfrischenden „Monnemer“ Art seien die Säulen seiner Arbeit beim MGV, mit denen er in den letzten 25 Jahren immer wieder den Spagat zwischen Wollen und Können, Jung und Alt geschafft habe, lobte der Vereinsvorsitzende Karlheinz Schäfer den Chorleiter in seiner Laudatio. Er habe sich als Person immer in den Hintergrund und den Chor als Hauptdarsteller und Protagonist herausgestellt, charakterisierte Schäfer die Arbeit des Dirigenten. Er habe es immer wieder verstanden, Liedauswahl und Programm auf das Publikum und die äußeren Gegebenheit abzustimmen, so auch an diesem Abend, wo statt großer Orchesterbegleitung nur Männerstimmen und Klavier den Ton angaben.

Mit dem Eröffnungsstück „Wir machen Musik“ (Otto Grohl) ließen der Dirigent und sein Männergesangverein keine Zweifel daran aufkommen, was die Zuhörer in den nächsten zwei Stunden erwartete: purer Musikgenuß. Den aktuellen Bezug zwischen Lied, den silbernen Jubilaren und dem Renndorf stellte Irene Harprecht in ihrer packenden und launig vorgetragenen Moderation her. So auch beim schwermütigen Rückblick auf die „schöne Zeit“ („Heimweh“), die sie Dirigent und Chor auch in den nächsten Jahren wünschte. Beim anschließenden, durch das Bariton-Solo des zweiten Basses geprägten, „Halleluja“ (Oshrat/Orr) perlte die reine Lebensfreude aus 53 Männerkehlen. Wie schon seit vielen Jahren wurden die Herren hierbei kongenial von Hans-Martin Kühn an E-Piano und Keyboard begleitet.

Klassischer à cappella Chorgesang stand mit Willy Trapps Vertonung von Wilhelm Buschs „Lumpenliedle“ auf dem Programm, der mit den Balladen „Über die Heide“ (H.J. Heuken) und „Die Rose“ (W. Tropf) fortgesetzt wurde.

Nicht als Quotenfrau, sondern als langjährige musikalische Begleiterin des Männergesangvereins, bezauberte Mezzosopranistin Rosalinde Hörbeck die Zuhörer mit Andrew Lloyd Webbers „Ein gutes Jahr“ aus dem Musical „Sunset Boulevard“ und ließ die Herren wieder zu Atem kommen.

Schwarz-weiße Filmerinnerungen an „Der Kongress tanzt“ und „Ein blonder Traum“ ließen die Vollblutsänger mit den Klassikern „Irgendwo auf der Welt“ und „Das gibt's nur einmal“ aufblitzen, die in der Bearbeitung von Hans-Dieter Kuhn die legendären  UFA-Tage der 30er Jahre lebendig werden ließen.

Nach der Pause entführten die Sänger die Zuhörer in die südtiroler Bergwelt, in die von Volksfrömmigkeit und dem Wunsch den Bergen den Weg zum Gipfel abzutrotzen, geprägten à cappellla vorgetragenen Lieder von Bepi de Marzi. Insbesondere „Bènia Calastoria“ mit dem wechselnden Ostinati in den Bässen riss die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin.

Mit „Who will call Him“ stimmte Rosalinde Hörbeck die Zuhörer auf Gospel-Musik ein, die vom Männergesangverein mit dem durch die Tempiwechsel äußerst dynamisch daherkommenden „I want to go to Heaven“ (Siegler-Legel)  und „Jacobs Ladder“ (Kempkens) fortsetzt wurde.

Als ein halbes Hundert Männerkehlen mit tiefem Summen Vangelis „Conquest of Paradise“ anstimmten, blieb auch in der letzten Reihe kein Zuhörer unberührt, wie der tosende Applaus am Ende der „Eroberung des Paradieses“ zeigte. Mit der Einladung „Sing mit mir“ (Ain't she sweet) in der Bearbeitung von Otto Grohl beendete der MGV das offizielle Programm, das von den Zuhörern mit stehenden Ovationen gefeiert und mit Superlativen wie „Super, besser geht's nicht!“ bedacht wurde. Begeistert war auch Herbert Szymanski vom „genialen Auftritt“ seiner Männer. Lob erhielt der Jubilar seinerseits aus dem berufenen Mund des Musikwissenschaftlers Dr. Manfred Hildebrandt der ihm bescheinigte, noch dynamischer als vor 25 Jahren zu dirigieren.

Die einzigsten Wermutstropfen fielen an diesem Abend ausgerechnet nach den  frenetisch eingeforderten Zugaben aus den Wolken über Iffezheim, so daß die Zuhörer nach Hause und nicht in den um die Halle aufgebauten Biergarten strömten und so um das ein oder andere weitere Liedchen des MGV gebracht wurden.